Wir

Die Fotografie wurde zu einem Zeitpunkt Teil unseres Alltags, als das Land Brandenburg noch unser aller Wohnsitz war. Verlassene Neubauten, Schrebergärten, Roggenfelder und Kiefernwälder, die Spree und tausend Seen, abrissreife Kasernen und Villen, Stadtfeste und Dorfdiscos. Wenn die Umgebung ihre Menschen formt, oder zumindest doch beeinflusst, dann auch die Art der visuellen Wahrnehmung, des Erblickens von Gegenständen und Szenerien, eine bestimmte Weise der Aufmerksamkeit den Dingen gegenüber. Unsere ersten Versuche im Medium der Lichtbilder arbeiteten sich somit an der oftmals schwierig-schönen Kulisse Ostdeutschlands ab, die als fotografisches Forschungsfeld herhielt – und es noch immer tut. Einige von uns sind weggezogen, andere wieder da, und alle kehren regelmäßig dorthin zurück. Wir beobachten an uns selbst, dass sich das fotografische Auge stetig entwickelt und verändert, sich arretiert und neuen Umgebungen anpasst, andere Herangehensweisen entstehen und schließlich auch die alte Heimat sinnlich neu erkundet wird.

naisse flecken ist eine erweiterte Spielwiese, auf der wir uns ausprobieren und dabei zuschauen können, welche Verwandlungen und Umbrüche geschehen – wenn man es mal etwas ernster nimmt, mit der Veröffentlichung der eigenen Arbeit. Es ist ein Grund mehr zu fotografieren – nicht für unser Archiv, sondern für ein kritisches Publikum.